Depression: Eine Krankheit mit vielen Fragen

Jeder 10. Patient in einer Hausarztpraxis leidet unter einer behandlungsbedürftigen Depression. Weil Patienten allerdings eher aufgrund körperlicher Symptome vorstellig werden, bleibt die zugrundeliegende Depression oft unerkannt. Die Herausforderung im Praxisalltag: mögliche psychische Ursachen organischer Beschwerden aufzudecken. Mit diesen praktischen Tipps gelingt es Ihnen, leichte bis mittelschwere depressive Episoden schnell zu erkennen und leitlinienkonform zu behandeln.
Lesedauer ca. 2 Minuten

Organische oder psychische Ursache?

Da Patienten depressive Symptome oft nicht zuordnen können, klagen sie meist über somatische Beschwerden oder allgemeines Unwohlsein – oft wird dann eher an eine organische Ursache gedacht. Wenn jedoch Symptome wie Schlafstörungen, Antriebsstörungen, Interessenlosigkeit oder Nervosität zusätzlich auftreten, sollten Sie eine mögliche depressive Episode in Erwägung ziehen.2

„Mir wird alles zu viel, der Job, die Familie. Dabei habe ich das früher locker geschafft.“
Gefühl von Antriebslosigkeit

„Manchmal liege ich die ganze Nacht wach. Und morgens bin ich dann einfach nur fertig.“
Hinweis auf Schlafstörungen

„Früher bin ich gerne zum Sport gegangen. Heute kann ich mich gar nicht mehr dazu aufraffen.“
Zeichen für Interessenlosigkeit

Diagnose Depression: Haupt- und Zusatzsymptome

Um eine behandlungsbedürftige depressive Episode zu diagnostizieren, müssen mindestens 2 der folgenden Hauptsymptome (gemäß ICD-10) über einen Zeitraum von mehr als 2 Wochen bei Ihren Patienten vorhanden sein:2

Hauptsymptome2

  • depressive, gedrückte Stimmung
  • Interessenverlust und Freudlosigkeit
  • Antriebsmangel, erhöhte Ermüdbarkeit (oft selbst nach kleinen Anstrengungen) und Aktivitätseinschränkung

Treten bei Betroffenen zusätzlich zu den Hauptsymptomen mindestens zwei (leichte Episode, F32.0), drei bis vier (mittelgradige Episode, F32.1) bzw. mindestens vier (schwere Episode, F32.2) Zusatzsymptome auf, lässt sich die Diagnose zusätzlich nach dem Schweregrad klassifizieren.2

Zusatzsymptome2

  • verminderte Konzentration, Aufmerksamkeit
  • vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen
  • Gefühl von Schuld, Wertlosigkeit
  • negative, pessimistische Zukunftsaussichten
  • Suizidgedanken, Suizidhandlungen
  • Schlafstörungen
  • verminderter Appetit

Mit zwei Fragen zur schnellen Diagnose

Zur schnellen Erfassung einer unipolaren depressiven Störung empfiehlt die S3-Leitlinie / Nationale Versorgungsleitlinie Unipolare Depression den "Zwei-Fragen-Test":2

  1. Fühlten Sie sich im letzten Monat häufig niedergeschlagen, traurig bedrückt oder hoffnungslos?
  2. Hatten Sie im letzten Monat deutlich weniger Lust und Freude an Dingen, die Sie sonst gerne tun?

Beantwortet Ihr Patient beide Fragen mit „Ja“, sollten Sie die formalen Diagnosekriterien klinisch erfassen. Nur durch eine explizite Erhebung aller relevanten Haupt- und Zusatzsymptome ist eine adäquate Diagnosestellung gemäß ICD-10 möglich. Zur Unterstützung stellt die Leitlinie Ihnen als Arzt Beispielfragen zur Symptomerfassung zur Verfügung.2

Haben Sie da auch etwas Pflanzliches?

Das Ziel einer antidepressiven Behandlung ist vorrangig die Linderung der Symptome bei Betroffenen. Dabei richtet sich die geeignete Behandlung nach klinischen Faktoren, wie der Symptomschwere und dem Erkrankungsverlauf, sowie der Präferenz des Patienten.2 Für die antidepressive Therapie wünschen sich immer mehr Patienten auch „etwas Pflanzliches“ als Alternative zur chemischen Medikation. Eine Option zur Behandlung von leichten bis mittelschweren Depressionen ist hier Laif®900. Das pflanzliche Antidepressivum wirkt mit einer Tagesdosis von 900 mg in einer Einmalgabe so stark wie 20 mg Citalopram3 – mit einer signifikant besseren Verträglichkeit.3

Bei Erwachsenen Patienten mit leichten bis mittelschweren depressiven Episoden ist Laif®900 verschreibungspflichtig und GKV-erstattungsfähig (gemäß ICD-10).

Quellen:

  1. Therapie Tabellen Psychiatrie / Depression. Nr. 75 / 2017. 3. Auflage. Westermayer Verlags-GmbH. ISSN 1434-3975.

  2. DGPPN, BÄK, KBV, AWMF (Hrsg.) für die Leitliniengruppe Unipolare Depression*. S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression – Langfassung, 2. Auflage. Version 5. 2015. DOI: 10.6101/AZQ/000364. www.depression.versorgungsleitlinien.de (zuletzt aufgerufen am 13.11.2018).

  3. Gastpar M et al. Comparative efficacy and safety of a once-daily dosage of hypericum extract STW3-VI and citalopram in patients with moderate depression: a double-blind, randomised, multicentre, placebo-controlled study. Pharmacopsychiatry, 2006; 39: 66-75.

Bildquelle: © iStock.com/kemaltaner

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