Johanniskraut & Photosensibilisierung: Was ist dran? | Laif 900
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Johanniskraut & Photosensibilisierung:
Was ist dran?

„Johanniskraut? Nur im Winter!“ – Dieser Irrglaube hält sich hartnäckig. Nach wie vor wird Johanniskraut als DAS Paradebeispiel für Photosensibilisatoren genannt und eine Therapie wird im Sommer häufig in Frage gestellt. Wie Sie Phototoxizität als mögliche Nebenwirkung von Johanniskraut richtig einordnen und warum eine Therapiepause im Sommer sogar riskant sein kann, lesen Sie hier.
Lesedauer ca. 1,5 Minuten

Photosensibilisierung: Antidepressiva im Vergleich

Von Hydrochlorothiazid über Corticosteroide bis zu Loratadin: Etwa 300 in Deutschland zugelassene Arzneimittel sind sogenannte „Photosensibilisatoren“, d.h. sie können zu einer erhöhten Empfindlichkeit der Haut gegenüber UV-Strahlung führen.1 Darunter fallen auch Antidepressiva. In den Köpfen besonders fest verankert scheint dabei Johanniskraut zu sein.2

Im Vergleich mit den häufig in der Depressionsbehandlung verordneten chemischen Antidepressiva Citalopram und Venlafaxin wird jedoch deutlich, dass Johanniskraut als Auslöser deutlich überschätzt wird: Bei Citalopram und Venlafaxin handelt es sich um eine gelegentlich auftretende Nebenwirkung.3, 4 Hingegen tritt bei der Einnahme von hochdosiertem Johanniskrautextrakt (Laif®900) Photosensibilisierung als Nebenwirkung nur selten auf und ist damit um den Faktor 10 niedriger als bei einer Behandlung mit Citalopram oder Venlafaxin (siehe Abbildung 1).3, 4, 5

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Abbildung 1: Häufigkeit von Photosensibilisierung als Nebenwirkung bei der Behandlung mit Laif®900 im Vergleich zu Citalopram/Venlafaxin.3, 4, 5
 

Für Patienten kein Hindernis

Eine repräsentative Befragung unter Ärzten und Patienten zeigt, dass Ärzte Vorbehalte der Patienten falsch einschätzen. So wird der Anteil der Patienten, die aufgrund einer möglichen Photosensibilisierung besorgt wären, deutlich überschätzt. Schon eine kurze Aufklärung würde die Sorge bei den Patienten signifikant verringern (siehe Abbildung 2).6

Aussage von Patienten

Abbildung 2: Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter Patienten, die ein Antidepressivum verordnet bekommen haben6
 

Erhaltungstherapie: Warum eine Therapiepause im Sommer riskant sein kann

Eine Depression ist eine episodische Erkrankung und ist mit einer hohen Rezidivhäufigkeit verbunden. Die Prognose hängt stark davon ab, ob der Patient die Behandlung in partieller oder in voller Remission abschließt. Wird die Therapie vorzeitig beendet, steigt das Rückfallrisiko.7 Jedes Rezidiv erhöht wiederum das Risiko für weitere depressive Episoden.8 Daher empfiehlt die Leitlinie „Unipolare Depression“, eine etwa vier- bis neunmonatige Erhaltungstherapie an die Akuttherapie anzuschließen – auch dann, wenn nach der Akuttherapie vollständige Symptomfreiheit erreicht wurde.7 Somit umfasst die leitlinienkonforme Depressions-Therapie in den meisten Fällen auch die Sommermonate.

Laif®900: So behandeln Sie wirksam und verträglich auch im Sommer

Die aktuelle S3-Leitlinie/Nationale Versorgungsleitlinie „Unipolare Depression“ bestätigt die geringe Relevanz einer möglichen Photosensibilisierung unter Johanniskraut. Dort heißt es: „Zur oft erwähnten Phototoxizität existieren nur vereinzelte Berichte“.7 Bei der Therapie leichter bis mittelschwerer Depressionen mit Laif®900 sollte, wie auch unabhängig von der Einnahme eines Medikamentes empfohlen, eine verantwortungsbewusste Sonnenexpotition selbstverständlich sein. Es gilt lediglich, einfachste Grundregeln (ausreichender Lichtschutz, Vermeiden ausgiebiger Sonnenbäder und Solarium) zu beachten.

Medikamenteneinnahme im Sommer

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Quellen:

  1. Schauder S. Photosensibilisierung: Risikovergleich von Johanniskrautextrakten gegenüber synthetischen Arzneistoffen. Z Phytother 2006; 27-V26.

  2. Tippmann ME. Auch im Sommer: Depressionen behandeln! Der Allgemeinarzt 8/2014.

  3. Cipramil Filmtabletten, Fachinformation Stand November 2014.

  4. Trevilor retard Hartkapseln, Fachinformation Stand Juli 2016.

  5. Laif®900 Fachinformation, Stand: Dez 2018.

  6. DeBeNa-Monitor: Depressionsbehandlung in Deutschland 2018; repräsentative Befragung bei Patienten, Allgemeinmedizinern, Neurologen und Psychiatern, mc markt-consult, Hamburg.

  7. DGPPN, BÄK, KBV, AWMF (Hrsg.) für die Leitliniengruppe Unipolare Depression*. S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression – Langfassung, 2. Auflage. Version 5. 2015. DOI:10.6101/AZQ/000364. www.depression.versorgungsleitlinien.de [zuletzt aufgerufen am 28.01.2019].

  8. Kempermann U et al. Rückfallprophylaxe bei Depression. Psychiatrie und Psychotherapie up2date 2008; 2:73-87.

Bildquelle: © de.fotolia.com/Manuel; Symbolbild mit Modell

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